Hafenstaffel

Das aktuelle Orga Team

von links: Bernd Prawatke, Alfred Prawatke, Jan Hillerns, Kirsten Ommen

Erstmalig wurde 1950 ein Staffellauf unter dem Namen „Quer durch Carolinen-siel“ ausgetragen. Dabei traten drei Mannschaften des TSV, bestehend aus je 20 Läufern und Schwimmern aller Altersklassen und beiderlei Geschlechts, gegeneinander an. Der Start der ursprünglichen Streckenführung war in der Mühlenstraße bei der Mühle und führte durch die Kirchstraße, Wittmunder Straße, Bahnhofstraße und Gerhard-Tjarksstraße mit mehreren Schwimmstrecken in der Harle zum Ziel auf der Brücke in Ortsmitte. Der große Erfolg war Anlass, im nächsten Jahr die benachbarten Vereine Wittmund und Esens zu dem Staffellauf einzuladen. Leider gab es jedoch Terminschwierigkeiten und das Wetter war so schlecht, dass die Veranstaltung ausfallen musste. 1952 wurde dann zur Austragung des Stafettenlaufes am 7.September um 14 Uhr eingeladen. In der Einladung von Oberturnwart Simon Hillerns, mit einem „Gut Heil“ unterzeichnet, heißt es unter anderem:

…Die hiesige Gemeindeverwaltung hat für die Siegermannschaft einen Wanderpreis gestiftet mit der Bedingung, dass der Wettkampf alljährlich hier ausgetragen wird.

… Im Einvernehmen mit Turnbruder Stallmann werden im Anschluss an den Stafettenlauf unter seiner Leitung auf dem hiesigen Sportplatz turnerische und gymnastische Vorführungen stattfinden. Wir wollen mit dieser Schau für den Turn-und Sportgedanken werben und die inneren Werte der Leibesübungen der Allgemeinheit näher bringen.

… Wegen der Tide muss die Staffel pünktlich anlaufen, wir bitten rechtzeitig bis 13.45 Uhr hier einzutreffen.

Mit Änderung der Streckenführung in 1954 bestand eine Mannschaft sogar aus 30 Teilnehmern, die nach Alter und Geschlecht an den Start gehen konnten. Die Einladung ging an die Sportvereine in Wittmund, Esens, Emden, Aurich, Dornum, Norden und Marienhafe.

Mit der  Entstehung Harlesiels 1956 wurde die Staffel Richtung Norden weitergeführt, die Schwimmstrecken wurden in

Bild Anzeiger für Harlingerland

den Binnenhafen verlegt, wobei das Räumboot mitten im Hafen als Wechselstation fungierte und das Ziel befand sich vor dem Schöpfwerksgebäude. Als dann 1960 das Schwimmbeckens am Strand in Harlesiel in Betrieb genommen wurde, fanden im Anschluss an die Hafenstaffel noch Schwimmwettbewerbe statt. Für die Sicherheit an der Strecke sorgte schon damals die Freiwillige Feuerwehr Carolinensiel, unterstützt von der örtlichen Pderolizei. Und in jeder Einladung wurde ausdrücklich darauf hingewiesen, dass pro Mannschaft eine Stoppuhr mitzubringen ist.

Wegen Terminschwierigkeiten und auch schlechten Wetters fiel die Hafenstaffel in den folgenden Jahren mehrmals aus.

Ab 1968 fand die Hafenstaffel als Staffellauf der örtlichen Vereine statt. In einem erweiterten Streckenverlauf   kam neben den Läufern und Schwimmern nun auch ein Radfahrer zum Einsatz. Damit war im Grunde genommen der Mannschaftstriathlon geboren, der auch heute noch das Bild der Hafenstaffel prägt. In den Siegerlisten von damals findet man neben dem Veranstalter auch die Kyffhäuser Jugend Funnix (1968), die DLRG Ortsgruppe Carolinensiel (1971), den Kegelclub Pudelbrüder (1974) und den Jugendspielmannszug Carolinensiel ( 1982)

Nach einigen Jahren mit mäßigem Erfolg besann man sich im Rahmen der Vorbereitungen für das Jubiläum 125 Jahre TSV wieder auf die Hafenstaffel in ihrer ursprünglichen Form mit Beteiligung auswärtiger Mannschaften und beauftragte mit Theo Gipmans, Alfred und Bernhard Prawatke ein  Organisationsteam, so dass 1986 erstmals die Hafenstaffel in seiner jetzigen Form ausgetragen wurde.

Der Start erfolgte jetzt bei Kissi Janssen ( Am Hafen West ), führt über die Brücke zum Hafen, wo der erste Schwimmer zum Einsatz kommt, es folgen unterschiedlich lange Laufstrecken entlang der Promenade mit Wechsel zum Radfahrer beim Hotel Seeblick an der Friedrichschleuse.

Der Radfahrer übergab das Staffelholz an den 1000m-Läufer und das Ganze ging zurück zum Ziel auf der Brücke beim „Deutschen Haus“. Mit der Durchführung der Hafenstaffel im Rahmen des Straßenfestes war von Anfang an ein passender Rahmen für die Austragung gefunden und bewährte sich in all den Jahren.

Vermehrt traten auch Freizeitmannschaften an und holten auch überzeugende Siege, wie zum Beispiel eine Gruppe „Babamix“ aus Stedesdorf, die die Staffel dreimal nacheinander gewinnen konnte. Nach immer größerem Trubel an der Strecke am Hafen West durch Buden und Publikum wurde nach einigen Jahren der Start auf die Brücke vorverlegt, so dass seit 1993 die Strecke immer gleich lang und damit eine Vergleichbarkeit der Zeiten hergestellt ist. Aktuell liegt der Streckenrekord bei 8:30 Minuten, aufgestellt von DSC „Eagles“ Oldenburg in 2011.

Bei der 40. Hafenstaffel gewann der WSV „Harle“ den Pokal, der Verein, der als einziger von Anfang an bei allen Staffeln dabei war. Sieger der 50. Auflage waren die schon genannten Oldenburger, die im Jahr darauf von dem Team SPD Wittmund geschlagen wurden.

Bemerkenswert ist die allseits gute Resonanz auch in den Presseberichten, in denen immer wieder die Einmaligkeit und tolle Atmosphäre der Veranstaltung hervorge-hoben wird. Einmalig ist, dass auch der Schwimmer das Staffelholz weitergeben muss, was nicht immer allen gelang. Für Ordnung an der Strecke sorgen seit Jahren die Hausfrauenriege und die Montagsturnerinnen. Jahrelang hat Theo Gipmans die Staffel moderiert, er verstand es immer wieder, die Zuschauer mit den notwendigen Informationen zu unterhalten,

2010 wurde die Organisation der Hafenstaffel in jüngere Hände übergeben. Kirsten Ommen und Jan Hillerns wollen sich jetzt darum kümmern, dass die Tradition der Hafenstaffel in den nächsten Jahren/Jahrzehnten weitergeführt wird.

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